Filmfest München – eines der bedeutendsten Filmfestivals in Europa

Sommer, Sonne und München. Was könnte besser für ein Filmfestival sein? Das Filmfest München ist das größte Sommerfilmfestival in Deutschland. Jedes Jahr werden hier etwa 150 Filme gezeigt. Zahlreiche Filmschaffende kommen aus aller Welt in die bayerische Hauptstadt, um ihre Werke zu präsentieren und mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen. Erfahren Sie mehr über die wichtige Plattform zur Förderung des deutschen und internationalen Kinos auf munichski.eu.

Geschichte

Anfang der 1980er Jahre beschloss eine Gruppe Münchner Filmschaffender, eine Plattform zur Ansprache eines internationalen Publikums zu schaffen. 1983 fand das erste Filmfest München statt. Es dauerte eine Woche und zeigte über 100 deutsche und internationale Filme. Das Künstlerhaus am Lenbachplatz war das erste Festivalzentrum, wo Tickets verkauft und Podiumsdiskussionen zum Thema Film abgehalten wurden.

Nach dem erfolgreichen Debüt wurde das Filmfestival jährlich veranstaltet. 1984 wurde der Schwerpunkt auf europäische Filme erweitert. Zwei Jahre später begann die Interfilm Akademie, den One-Future-Preis an Filme aus dem Festivalprogramm zu vergeben, die sich ethisch und ästhetisch mit der „unteilbaren Zukunft dieser Welt“ beschäftigen. Zum Beispiel erhielt 1988 der polnische Regisseur Krzysztof Kieślowski diese Auszeichnung für einen Kurzfilm über Mord.

Mehrfach kamen Filmschaffende mit afroamerikanischen Hauptdarstellern nach München, wie 1987 der US-Amerikaner Robert Townsend mit der Komödie „Hollywood Shuffle“. 1992 wurde eine ganze Filmreihe mit Filmen indigener amerikanischer Filmemacher gezeigt. Die Regisseure sorgten für großes Aufsehen.

Seit 1993 werden auf dem Filmfest München Werke aus Frankreich und Lateinamerika gezeigt. Auch asiatisches Kino wird gewürdigt. Manchmal kamen Stars nach München, um Filme vorzustellen, die in ihrem Heimatland weniger Beachtung fanden.

Nach der Verleihung der „Goldenen Palme“ in Cannes 1994 besuchte Quentin Tarantino München mit „Pulp Fiction“. Im selben Jahr präsentierte auch Robert De Niro sein Regiedebüt „A Bronx Tale“. 1996 wurde die Kult-Horror-Komödie „From Dusk Till Dawn“ mit Regisseur Robert Rodriguez und Schauspielerin Salma Hayek gezeigt.

Das Filmfest München war eines der ersten Festivals, das Fernsehfilme auf der großen Leinwand zeigte. Es wurden nicht nur lokale Produktionen gezeigt: Schon 1994 waren Filme aus Deutschland, Kanada, Japan, Kuba, Großbritannien, Italien und Frankreich zu sehen. Der Publikumspreis wurde 2004 eingeführt, bei dem die Besucher für ihren Lieblingsfilm stimmen können.

Kinderkino

Seit 1983 werden im Rahmen des Filmfestes München neue Spielfilme und Kurzfilme für Kinder (ab 4 Jahren) gezeigt. Das Kinderfilmfest präsentiert Filme, die geistig und seelisch bereichern und zugleich unterhalten. Die jungen Zuschauer können für ihren Favoriten stimmen.

1985 erfreute die schwedische Autorin Astrid Lindgren Kinder und Erwachsene mit einem Besuch in München. Sie ist die Schöpferin von Karlsson und Pippi Langstrumpf, deren Bücher in über 85 Sprachen übersetzt wurden. Das Kinderkino zeigte während des Festivals 12 Jugendfilme, die trotz ihres Tiefgangs stets positive cineastische Erlebnisse boten.

Neue Medien

Auch der technische Fortschritt wird auf dem Filmfest München nicht vernachlässigt. 1987 fand erstmals ein Computerseminar für Drehbuchautoren statt. Seit 1997 zeigt das Festival internationale Filme, die nicht in deutschen Kinos laufen und oft für Werbezwecke produziert wurden.

2013 versammelten sich internationale Spieleentwickler auf dem Festival. Seitdem sind Teile des Programms der Welt der Videospiele gewidmet. Workshops und Vorträge behandeln künstlerische und dokumentarische Filme im Zusammenhang mit Spielen. Häufig kommen Virtual-Reality-Elemente zum Einsatz.

Raum für Ideenaustausch

Das Filmfest München ist eine wichtige Veranstaltung für die Filmindustrie und bietet Raum für Ideenaustausch und neue Projekte. Es findet Ende Juni bis Anfang Juli statt und hat sein Zentrum im Kulturzentrum Gasteig, wo Filmvorführungen, Podiumsdiskussionen und Preisverleihungen stattfinden. Neben Kinos wird das Festival auch in Foyers, Pubs und Biergärten in München veranstaltet.

Das Festival bietet die Möglichkeit, die gesamte Bandbreite des modernen Weltkinos zu entdecken – von Indie-Perlen bis hin zu hochkarätigen deutschen und internationalen Filmen. Es gibt etliche Wettbewerbe mit Preisen im Gesamtwert von über 250.000 Euro, die von Sponsoren gestiftet werden. Das Programm reicht von aufwendigen Produktionen bis hin zu Low-Budget-Filmen. Der Fokus liegt auf talentierten jungen Filmemachern aus Deutschland.

Filmfest München wurde von Schauspielgrößen wie Antonio Banderas, Michael Caine, Emma Thompson, Melanie Griffith, Ellen Burstyn, Bryan Cranston und Ralph Fiennes besucht. Zu den teilnehmenden Regisseuren gehören Quentin Tarantino, Lucrecia Martel, Sofia Coppola, Alexander Payne und Bong Joon-ho.

Das Filmfest München ist das zweitgrößte Filmfestival in Deutschland nach der „Berlinale“. Die Berlinale, eines der renommiertesten Festivals in Europa und weltweit, findet jährlich im Februar in Berlin statt und zieht mindestens 20.000 Filmschaffende aus 120 Ländern an.

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