In München, direkt neben dem Prinzregenten-Theater, befindet sich die August-Everding-Theaterakademie, ein Ort, an dem neue Schauspieler, Regisseure und Sänger ihre ersten Schritte auf der Bühne machen. Hier herrscht stets Bewegung: lange Proben, mitreißende Musik und eine faszinierende Bühne prägen den Alltag. Mehr dazu auf munichski.eu.
Gründung der Akademie
Die August-Everding-Theaterakademie wurde 1993 von August Everding gegründet, der einen Raum für junge Talente schaffen wollte. Heute ist die Akademie für die Münchner ein kulturelles Zentrum, in dem junge Künstler ihre ersten großen Schritte wagen.

Everding war bereits 1993 als Regisseur und Leiter der Bayerischen Staatsoper bekannt. Ihn bewegte, dass viele junge Künstler keinen Zugang zu großen Bühnen hatten und kaum Möglichkeiten zur Entfaltung fanden. Sein Ziel war, dass Studierende sofort praktisch arbeiten, den Theaterbetrieb hautnah erleben und auf großen Bühnen auftreten können.
Anfangs war die Akademie klein und bestand aus mehreren zusammengeschlossenen Schulen. Schon in den ersten Jahren zeigten die Studierenden, dass die Ausbildung hochwertig und zukunftsweisend ist. Das bayerische Staatsministerium erkannte das Potenzial und unterstützte die Weiterentwicklung der Akademie. Der Campus wurde im Prinzregenten-Theater eingerichtet, wo Proben, Aufführungen und Unterricht gleichzeitig stattfinden konnten.
Frühe Aufführungen und Anerkennung
Die ersten Inszenierungen der Studierenden fanden große Beachtung in lokalen Zeitungen und Fachmagazinen. Kritiker lobten die Frische, Mut und Energie der jungen Darsteller. Es wurde schnell klar, dass die Akademie das Theaterleben in München nachhaltig prägen würde. Mit der Zeit nahmen die Studierenden an städtischen Festivals teil und spielten in bekannten Theatern.
Everdings Philosophie
August Everding arbeitete weiterhin an der Akademie, entwickelte Programme und definierte Entwicklungsrichtungen. Seine Vision, Ausbildung mit Praxis zu verbinden und den Studierenden kreativen Freiraum zu geben, ist bis heute Kern der Akademie. Jeder Kurs zeigt, dass junge Künstler selbstständig arbeiten, experimentieren und Erfahrungen sammeln können – Möglichkeiten, die andere Theaterschulen oft nicht bieten.

Kreativer Raum
Das Prinzregenten-Theater beeindruckt schon von außen mit klassischer Säulenfassade und imposanter Treppe. Hinter den Kulissen pulsiert das studentische Leben. In der August-Everding-Theaterakademie laufen Vorlesungen, Praxisunterricht und Aufführungen oft parallel. Studierende wechseln ständig zwischen Klassenzimmer und Bühne, was den Kern des „lebendigen Theaters“ ausmacht. Mal hört man Monologe, mal wird Musik geübt oder Sprachtraining durchgeführt.
Neben der Hauptbühne gibt es das Akademiestudio und das Akademietheater, kleinere Bühnen für Experimente und eigene Inszenierungen. Hier entstehen Premieren von Opern, Musiknummern und zeitgenössischen Stücken. Nach jeder Aufführung erhalten die Studierenden Feedback von Lehrenden und Mitstudierenden, was eine einzigartige Lernatmosphäre schafft.
Studiengänge
Die Akademie bietet Studienrichtungen in Schauspiel, Musiktheater, Operngesang, Regie und Dramaturgie. Kooperationen bestehen mit der Hochschule für Musik und Theater München, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Bayerischen Staatsoper. Schauspielstudierende arbeiten oft gemeinsam mit Opernsängern an Produktionen, wodurch sie den professionellen Maßstab erfahren und den Entstehungsprozess großer Aufführungen verstehen. Zudem probieren Studierende verschiedene Rollen und Genres aus, wodurch die Bühne stets zentral im Lernprozess bleibt.

Studentenleben und erste Rollen
Der Tag beginnt mit Unterricht in Schauspiel, Gesang oder Beweglichkeitstraining. Auf dem Programm stehen Sprach- und Körpertraining, Arbeit mit Texten sowie Musik- und Choreographieübungen. Danach folgen Proben für Opern, Musik- oder Dramenstücke. Studierende unterstützen sich gegenseitig, teilen Erfahrungen und besuchen regelmäßig Festivals und Aufführungen.
Die Aufnahme erfordert Casting, Sprachprüfung und Portfolio. Die meisten Programme setzen mindestens B2-Deutsch voraus. Auch internationale Studierende, darunter Ukrainer, können sich mit Video, Repertoire und Empfehlungen bewerben. Viele Studierende kommen aus dem Ausland. Beispiel: Angelina Vlasenko aus der Ukraine studiert Schauspiel und tritt bereits im Prinzregenten-Theater auf. Ihre Premieren ziehen zahlreiche Zuschauer an, Kritiker loben ihre emotionale Offenheit und Temperament.
Berühmte Alumni
Viele Absolventen der Akademie wurden bekannte Schauspieler, Regisseure und Sänger. Sie arbeiten in deutschen Theatern, Film- und Fernsehproduktionen oder entwickeln eigene Projekte. Ehemalige Studierende erinnern sich an die Anfangszeit, in der man sofort praktische Erfahrungen sammeln konnte, ohne Angst vor Fehlern.
Die Akademie unterstützt ihre Alumni weiterhin. Über das Alumni-Netzwerk tauschen sie Erfahrungen aus und laden sich zu gemeinsamen Projekten ein. Es gibt Aufführungen, Workshops und Festivals, bei denen ehemalige Studierende ihr Wissen an neue Generationen weitergeben.
Einfluss auf das Münchener Kulturleben
Die Akademie prägt das Theater- und Musikleben Münchens. Studierende nehmen an städtischen Festivals teil und arbeiten mit bekannten Theatern zusammen. So sammeln junge Künstler wertvolle Erfahrungen, und die Stadt profitiert von neuen Aufführungen und Musikdarbietungen. Schüler entwickeln Jugendstücke, experimentieren mit modernen Genres und thematisieren gesellschaftliche Fragen. Sie suchen neue Ausdrucksformen und wollen das Publikum für aktuelle Themen sensibilisieren.

Internationaler Austausch, Theatertechnologien und Kooperationen mit europäischen Organisationen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Studierende besuchen Residenzen und Festivals in Wien, Berlin oder Paris. Ein Fokus liegt auf Performance-Theater, dokumentarischem Theater und Videoprojektionen. Seit 2020 gibt es Module für neue Medien und virtuelle Bühnenbilder. So bleibt die Akademie traditionell verwurzelt, zugleich aber eine der innovativsten Kunstschulen Deutschlands.