Der Besitzer einer hohen Männerstimme, Jonas Kaufmann, wurde für seine erstaunliche vokale Vielseitigkeit berühmt und interpretiert Opernpartien in mehreren Sprachen. Der Münchner tritt in den besten Theatern der Welt mit führenden Orchestern und Dirigenten auf. Aufgrund seiner ansprechenden Erscheinung wird er als „der heißeste Tenor der Welt“ bezeichnet. Während sich die Boulevardpresse auf sein Aussehen konzentriert, liegt der Fokus der Qualitätsmedien auf seinem außergewöhnlichen Talent. Kaufmann beeindruckt durch seine Technik, die Bandbreite seines Repertoires und die charismatische Darstellung verschiedener Emotionen. Mehr über das musikalische Idol Deutschlands erfahren Sie weiter auf munichski.eu.
Kindheit und Jugend
Die Opernlegende wurde am 10. Juli 1969 in München geboren. Seine Mutter arbeitete als Kindergärtnerin, sein Vater in einer Versicherung. Obwohl die Familie keinen musikalischen Hintergrund hatte, hörte man im Hause Kaufmann oft verschiedene Musikstücke.
Jonas wuchs mit klassischen Musikaufnahmen auf und besuchte Kinderkonzerte an der Bayerischen Staatsoper. Mit acht Jahren begann er, Klavierstunden zu nehmen. Die Liebe zur Oper entdeckte er durch seinen Großvater, der am Klavier Opernmusik von Richard Wagner spielte und dazu sang.
In der Grund- und Mittelschule sang Jonas in lokalen Chören. Auf Drängen seiner Eltern begann er zunächst ein Mathematikstudium, brach es jedoch nach zwei Semestern ab, da seine Leidenschaft der Musik galt. Seine formale Musikausbildung absolvierte Kaufmann an der Hochschule für Musik und Theater München, wo er bereits in einigen lokalen Opernproduktionen auftrat.
Erfolgreiche Karriere
Nach seinem Abschluss im Jahr 1994 begann Kaufmann seine Karriere in verschiedenen deutschen Opernhäusern. Seine professionelle Laufbahn startete er am Saarländischen Staatstheater und debütierte bald darauf in den Opernhäusern von Stuttgart und Hamburg. 1997 sang Jonas erstmals im Ausland – in Mailand. Zurück in Deutschland tourte er mit dem Pianisten Helmut Deutsch durch das Land.
Der amerikanische Gesangslehrer Michael Rhodes half Kaufmann, seine „baritonale Tenorstimme“ zu entfalten. Er zeigte ihm eine neue Gesangstechnik, die den Beginn seiner echten Karriere markierte. Dieses dunkle Timbre des Tenors sorgte zunächst für Diskussionen, wurde jedoch immer mehr akzeptiert.

Im Jahr 2000 trat Kaufmann der Zürcher Oper bei und sang ein Jahr später erstmals in den USA. 2006 feierte er ein sensationelles Debüt an der New Yorker Metropolitan Opera, das ihm internationalen Ruhm einbrachte. Kaufmann unterschrieb einen Exklusivvertrag mit Sony Music, und seine Aufnahmen erhielten zahlreiche Auszeichnungen. Zudem wurde er mehrfach von Fachzeitschriften und Jurys zum Sänger des Jahres gekürt. Den schönsten Kompliment erhielt er von der amerikanischen Operndiva Marilyn Horne:
„Ihre Stimme klingt wie ein Cello.“
Nach seinem Durchbruch übernahm Kaufmann führende Rollen in den meisten großen Theatern der Welt und veröffentlichte mehrere Aufnahmen seiner Lieblingsarien, darunter Romantic Arias und Sehnsucht. Neben Opernauftritten gab er Solo-Konzerte, bei denen er sich auf deutsche Kunstlieder konzentrierte.
Seit den 2010er Jahren widmet sich Kaufmann zunehmend den Werken von Wagner, die ihm erlauben, die Kraft seiner Stimme voll zu entfalten. Wagner, der umstrittene Komponist aus Leipzig, hat zwar nur 13 Opern geschrieben, aber 10 davon zählen zu den bekanntesten Klassikern.
Im September 2011 unterzog sich Kaufmann einer Operation zur Entfernung eines Lymphknotens im Brustbereich und kehrte im Dezember auf die Bühne zurück. 2013 verlieh ihm das Bayerische Kunstministerium den Titel „Kammersänger“ der Bayerischen Staatsoper – ein Ehrentitel für herausragende Opern- und Klassiksänger.

2015 war Kaufmann der erste deutsche Sänger, der das britische patriotische Lied Rule, Britannia! aufführte. 2016 kam der Dokumentarfilm Jonas Kaufmann: An Evening with Puccini in die Kinos, der sein Konzert an der Mailänder Scala 2015 zeigt. Kaufmann trat regelmäßig bei den Salzburger Festspielen auf und erreichte dank zahlreicher TV- und Kinoprogramme ein Millionenpublikum.

Alben und Repertoire
Kaufmanns Alben erreichten Spitzenpositionen in den deutschen und österreichischen Charts und wurden Bestseller in den Klassik-Charts. Zu seinen bekanntesten Alben zählen Verismo Arias (2010), The Verdi Album (2013), Nessun Dorma – The Puccini Album (2015) und Dolce Vita (2016).
2015 erreichte Nessun dorma – The Puccini Album große Erfolge in den Albumcharts mehrerer Länder, darunter Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Spanien. Für das Album Du bist die Welt für mich erhielt er 2014 den Bambi, einen renommierten deutschen Medienpreis.

Kaufmann veröffentlichte mehrere Weihnachtsalben, darunter It’s Christmas!, für die er seine Lieblingsweihnachtslieder aus Deutschland und anderen Ländern auswählte. 2019 folgte das Album Wien als Hommage an die weltbekannten Melodien aus der Heimat des Walzers und der Operette. Das Album Selige Stunde (2020) entstand in Zusammenarbeit mit Pianist Helmut Deutsch und umfasst persönliche Lieder von Schubert, Brahms, Strauss, Mahler und anderen Meistern.
Das 2023 erschienene Album The Sound of Movies ist Ausdruck seiner lebenslangen Leidenschaft für Filmsongs. Mit Unterstützung des Tschechischen Nationalen Symphonieorchesters und Chors unter Leitung von Jochen Rieder erklingt Kaufmanns samtweiche Stimme auf dieser Sammlung von Klassikern aus der Filmgeschichte.
Einzigartiger Gesang
Kaufmann singt auf Deutsch, Französisch und Italienisch. Sein Stimmtyp ist der als „Spinto-Tenor“ bekannte Tenor mit dem Umfang eines gewöhnlichen Tenors, jedoch einem volleren Klang. Kritiker stellten fest, dass Kaufmann fast wie ein Bariton klingt, aber in der Tenorlage singt. Interessanterweise strebte Kaufmann nie danach, den berühmten Tenor Luciano Pavarotti nachzuahmen. Stattdessen entwickelte er seine eigene Technik und verglich sich häufig mit Franco Corelli – einem italienischen Tenor mit reinem Timbre und charismatischer Bühnenpräsenz.
Privatleben
Jonas Kaufmann war zweimal verheiratet. Seine erste Frau, die Sängerin Margarete Joswig, schenkte ihm drei Kinder. Seine zweite Ehefrau ist die Opernregisseurin Christiane Lutz. 2019 wurde ihr gemeinsamer Sohn geboren.