In der Pinakothek der Moderne gibt es eine Dauerausstellung mit dem Titel „Ins Freie“, die die Beziehung des Menschen zur Natur und zur Kunst neu definiert. Diese Ausstellung ist einem fundamentalen menschlichen Bedürfnis gewidmet – dem Drang, nach draußen zu gehen. Die Ausstellung wirft wichtige Gegenwartsfragen auf und reflektiert über die Pandemiekrise, ökologische Probleme und gestalterische Herausforderungen. In diesem Artikel berichten wir ausführlicher über die Ausstellung. Mehr dazu auf munichski.eu.
Kurz zur Pinakothek der Moderne

Die Pinakothek der Moderne ist ein Kulturzentrum, das vier Museen vereint: das Architekturmuseum, das Designmuseum, das Museum für Grafik und das Museum für moderne Kunst. Das Kulturzentrum wurde 2002 eröffnet und gilt als eines der größten in Deutschland und Europa.
Der Ansatz „vier Museen unter einem Dach“ ermöglicht es den Besuchern der Pinakothek, tief in den Kontext der modernen Kunst einzutauchen. Seit der Gründung gibt es ein Einheitsticket, das den Besuch aller Museen gestattet. Der zentrale Punkt der Pinakothek ist die gläserne Rotunde, von der aus alles beginnt.
Die Pinakothek der Moderne wurde geschaffen, um Menschen zusammenzubringen und zur Reflexion anzuregen. Mehr über diesen Ort können Sie unter diesem Link lesen.
Das Konzept der Ausstellung „Ins Freie“

Die Ausstellung „Ins Freie“ fokussiert auf den Drang des Menschen, nach draußen zu gehen. Das Bedürfnis, Zeit an der frischen Luft zu verbringen, ist heute aktueller denn je.
Die Ausstellung zeigt verschiedene Designobjekte, die diesen Drang widerspiegeln: Konstruktionen für den Außenbereich, Campingzubehör, Gartenstühle. Die Ausstellung besteht aus sieben Themenkomplexen: „Außen = Innen“, „Sitzen im Freien“, „Camping in der DDR“, „Urbane Mobilität“, „Park und Pandemie“, „Sport in der Natur“ und „Föhngerippe“.
Ein Pfad, der aus recycelten Materialien gebaut ist (wie alle Elemente der Ausstellung), führt durch den Raum und lädt den Betrachter ein, verschiedene Themen und Epochen zu entdecken. Die Ausstellung zeigt deutlich, dass Design schon immer ein untrennbarer Teil der Menschheitsgeschichte war. Zum Beispiel Kunststoff, der in den 1960er Jahren als Innovation galt, wird heute als komplexes Umweltproblem angesehen. Die Ausstellung wirft eine wichtige Frage auf – die Frage der Nachhaltigkeit im Design.
Die Ausstellung regt auch zum Nachdenken an über die sich wandelnden Beziehungen zwischen Mensch und Umwelt, zwischen privatem und öffentlichem Raum, zwischen Innen- und Außenräumen und natürlich über unsere Verantwortung gegenüber der Natur. Die Ausstellungsgestaltung wurde von dem Designer Hannes Gumpp entworfen.
Im Folgenden berichten wir ausführlicher über die einzelnen Teile der Ausstellung.
Struktur der Ausstellung
Der Teil „Außen = Innen“ handelt davon, dass die Natur schon immer eine Inspirationsquelle für das Design war. Ende der 1960er Jahre übertrugen Designer des italienischen Unternehmens „Gufram“ natürliche Formen in Innenräume, wenn auch in ironischer Weise. Sie entwarfen Kunststoffskulpturen, die einen humorvollen Designansatz und die Faszination der Gesellschaft für neue Materialien zeigen.
„Sitzen im Freien“ ist der Teil über die Geschichte des Sitzens. Ab den 1960er Jahren wurden Stühle zunehmend aus Kunststoff gefertigt. Das neue Material ermöglichte leuchtende Farben und interessante Formen. So verkörperte die Kugelform oft das „Kosmische“ und die Innovationskraft dieser Epoche. Heute wird im Design stattdessen immer mehr Aufmerksamkeit auf Fragen der Nachhaltigkeit gelegt, und die Formen werden minimalistischer.
„Camping in der DDR“ handelt davon, dass Camping die Sehnsucht nach Natur und Freiheit verkörpert. Unter den Menschen in der ehemaligen DDR, denen nur ein kleiner Teil der Welt offenstand, wuchs das Interesse am Camping stetig. Aus dieser Leidenschaft erwuchs eine ganze Reihe von Designobjekten, die in der Ausstellung zu sehen sind.
„Urbane Mobilität“ befasst sich mit den Arten, wie wir uns im städtischen Raum fortbewegen, und wie sich diese ständig verändern. Hier sind Skateboards, E-Scooter, Tourenräder und Ähnliches zu sehen.
„Sport in der Natur“ zeigt eine ganze Sammlung verschiedener interessanter Objekte: Faltskier, modulare Kajaks und mehr. Klettern, Kajakfahren, Rodeln und Skifahren sind in der Alpenregion besonders beliebt. Mit der Entwicklung dieser Sportarten entwickelte sich auch das Design der dafür notwendigen Ausrüstung.
„Park und Pandemie“ beleuchtet die Rolle von Parks und anderen öffentlichen Räumen während der COVID-19-Pandemie. Die städtischen Parks halfen uns, diese schwierigen Zeiten zu überstehen.
Der Teil „Föhngerippe“ ist den Farben gewidmet, die im Design eine fundamentale Rolle spielen. Anfang der 1980er Jahre entwickelten die Designer Otl Aicher und Eberhard Stauß ein Farbkonzept für das Erscheinungsbild des Flughafens München, das auch auf der Landschaft Oberbayerns basierte. Dieser Teil der Ausstellung präsentiert dieses Projekt.
Die Ausstellung „Ins Freie“ ist nicht nur eine Präsentation von Designobjekten, sondern eine tiefgründige Auseinandersetzung damit, wie wir leben, wie wir uns erholen und welche Spuren wir hinterlassen. Sie ist eine wichtige Erinnerung an die Bedeutung der Harmonie mit der Natur, an die Ästhetik des Alltags und daran, dass auch einfache Alltagsgegenstände Designarbeit sind. Wenn Sie Ihre eigene Haltung zu Raum und Dingen überdenken möchten, sollten Sie diese Ausstellung unbedingt besuchen.
Quellen: pinakothek-der-moderne.de , die-neue-sammlung.de , muenchen-ausstellungen.de