Wie ist das weihnachtliche München? Es glitzert, duftet nach Glühwein, gebrannten Mandeln, Pfannkuchen und Würstchen. Überall in der Stadt öffnen Weihnachtsmärkte – große und kleine, jeder auf seine Art bezaubernd und einzigartig. Mehr über ihre Geschichte und die weihnachtliche Atmosphäre in der Stadt erfahren Sie auf munichski.eu.
Geschichte
Die ersten Weihnachtsmärkte sind bereits im 14. Jahrhundert offiziell belegt, genauer gesagt ab 1310 am Marienplatz als Nikolaimarkt. Er zählt zu den ältesten Weihnachtsmärkten im deutschsprachigen Raum. Weihnachtsmärkte werden oft auch „Christkindlmarkt“ genannt. Tauchen wir etwas tiefer in die Geschichte des Münchner Weihnachtsmarktes ein.
Was gab es damals zum Beispiel an Leckereien? Schon vor 700 Jahren war es eine dicke Wurst, über die sich die Stadtbewohner freuten. Der traditionelle Glühwein kam dagegen erst relativ spät auf. Carola Reus verkaufte 1969 Christbaumschmuck und fragte sich, warum es auf dem Markt keine warmen Getränke gab. Schon im nächsten Jahr eröffnete sie zusammen mit ihrem Mann einen Stand für heiße Getränke mit Kaffee, Tee, Milch und Kakao. Ein besonderes Getränk für die Einheimischen war der Glühwein, zubereitet nach einem alten Familienrezept. Carola Reus ist verstorben, doch ihr Stand am Marienplatz Nr. 58 existiert seit 1972 immer noch. Man erkennt ihn am Schild „Glühwein nach Omas Art“, und ihr Sohn führt das Geschäft mit seiner Frau weiter.
Während der Adventszeit finden in München über 30 Weihnachtsmärkte und Veranstaltungen in den meisten anderen Stadtteilen statt. Gegen Ende November haben die Stadtbewohner das Gefühl, dass Weihnachtsmärkte jeden freien Platz erobern. Schon Anfang Dezember kann man leicht einen der vielen Märkte besuchen, sich in die „Arme des Weihnachtsmanns“ werfen oder sich von köstlichem Glühwein und traditionellen bayerischen Leckereien umgeben lassen.

Traditionelles Unterhaltungsprogramm
Die Münchner Weihnachtsmärkte sind wahre Zentren festlicher Unterhaltung und Traditionen. Die einzigartige Adventsatmosphäre wird durch folgende Merkmale des traditionellen Unterhaltungsprogramms geprägt:
- Duftender Glühwein, das Hauptgetränk der Weihnachtsmärkte. Er wird aus Rotwein mit Gewürzen und Zitrusfrüchten zubereitet, es gibt aber auch andere Variationen.
- Traditionelle bayerische Leckereien: Stollen (traditioneller deutscher Weihnachtskuchen mit Trockenfrüchten und Puderzucker), Kartoffelpuffer, gebratene Würstchen mit Brötchen und Senf, Lebkuchen in verschiedenen Formen und Größen, süße, karamellisierte gebrannte Mandeln.
- Handgemachte Weihnachtsartikel, die sich als Geschenk eignen oder als Erinnerung an die Weihnachtszeit bleiben. Zum Beispiel Holzspielzeug und -schmuck, Glaswaren, Woll- und Filzartikel, duftende, dekorative Kerzen, Keramik und Töpferwaren.
- Krippenspiele, bei denen die biblische Geschichte der Geburt Jesu nachgestellt wird. Besondere Beliebtheit in München genießt der Kripperlmarkt an der Peterskirche, wo man Figuren und Elemente für die eigene Krippe erwerben kann.
- Musikalische Konzerte, zum Beispiel vom Balkon des Münchner Rathauses, dargeboten von Blechbläsern, Kammerensembles und Chören. Auf den Weihnachtsmärkten treten lokale und eingeladene Musiker auf, die traditionelle Weihnachtslieder spielen.

Krampuslauf
Im Dezember findet während der Weihnachtsmärkte in München der Lauf der „bösen Gestalten“ statt. Die Rede ist von Krampus, Perchten (weibliche Begleiterinnen des Krampus) und Klausen, die die Besucher überraschen. Diese Veranstaltung zieht jährlich bis zu 50.000 Zuschauer an. Der Lauf wird vom Referat für Arbeit und Wirtschaft (RAW) in enger Zusammenarbeit mit der ersten Münchner Krampusgruppe „Sparifankerl-Pass“ organisiert und finanziert. Es sei darauf hingewiesen, dass die Krampus-Tradition im Alpenraum bereits seit etwa 500 Jahren existiert. Schon im 16. Jahrhundert zogen die sogenannten „Klabauter“ durch die Straßen.

Der erste Krampuslauf während des Münchner Weihnachtsmarktes fand am 12. Juni 2004 statt. Damals belebten etwa 100 außergewöhnliche Figuren in Fellkostümen und kunstvoll geschnitzten Masken die alte Tradition wieder. In Österreich und Bayern gibt es immer noch den traditionellen Brauch des „Krampuslaufs“, der vor bösen Geistern schützen soll.
Gründer der 20-köpfigen Gruppe ist Tom Bierbaumer, der die alpinen Traditionen in die bayerische Hauptstadt zurückbringen möchte, weshalb er auch den großen Krampuslauf (Gruppe Sparifankerl-Pass) organisiert.

Wie sind die Weihnachtsmärkte in München? Überblick der Standorte
Sie gehören zu den bekanntesten und größten Veranstaltungen in Deutschland. In dieser Zeit herrscht in der Stadt eine einzigartige, festliche Adventsatmosphäre, die Besucher aus aller Welt anzieht. Traditionell beginnen solche Veranstaltungen Ende November und dauern bis Weihnachten (24. Dezember), manchmal kann man die letzten Weihnachtsmärkte noch Anfang Januar erleben. Die Gäste der Weihnachtsmärkte können Glühwein, gebrannte Mandeln, Würstchen, Lebkuchen, Weihnachtsstollen, Kartoffelpuffer und andere bayerische Süßigkeiten und Spezialitäten probieren.
Werfen wir einen Blick auf die 5 beliebtesten Standorte der Weihnachtsmärkte in München.
- Der Münchner Christkindlmarkt am Marienplatz. Von ihm sollte man beginnen, denn er ist der ikonischste und beliebteste Markt Münchens. Der Münchner Christkindlmarkt am Marienplatz ist das wahre Herz des weihnachtlichen Münchens, er befindet sich vor dem Neuen Rathaus, unter dem großen Weihnachtsbaum. Über den gesamten Platz und die angrenzende Fußgängerzone erstrecken sich die Stände. Betrachtet man die Besonderheiten dieses Standorts, so sind die Weihnachtsmusik vom Rathausbalkon, der Krampuslauf (ein traditionelles, spektakuläres Ereignis) und die Himmelswerkstatt (ein spezielles Programm für Kinder) hervorzuheben.
- Als Nächstes kommt das Weihnachtsfestival auf der Tollwood. Der Markt zeichnet sich durch ein einzigartiges Konzept aus und findet auf der Theresienwiese statt. Dieser Ort ist einer der größten, was Möglichkeiten für großflächige Installationen erweitert. Das Motto dieses Weihnachtsfestivals in München lautet: „Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele.“ Weitere Besonderheiten sind die interaktive Installation, der singende Baum sowie originelle handgemachte Produkte, eine große Auswahl an Speisen aus aller Welt und ein vielfältiges Programm.
- Das Weihnachtsdorf im Innenhof der Münchner Residenz, dem ehemaligen Königspalast. Auf diesem Markt herrscht eine besonders gemütliche, abgeschiedene Atmosphäre, geschützt vor dem Trubel des Stadtzentrums. Die Rekonstruktion eines bayerischen Bauerndorfes, Glasbläser, Juweliere, Lederhandwerker und Holzschnitzer, die ihre Arbeiten auf dem Weihnachtsmarkt präsentieren, tragen zur Authentizität bei. Der Bereich ist mit Märchenkisten und Winterlandschaften gestaltet, und am letzten Markttag kann man einen Weihnachtsbaum gewinnen.
- Der Weihnachtsmarkt am Chinesischen Turm, wo traditionelle Weihnachtsleckereien und Geschenke angeboten werden, sowie ein historisches Kinderkarussell für die Kleinsten. Zwei Eisstockschießbahnen und Kutschfahrten stehen zur Verfügung, um die Winterlandschaft des Englischen Gartens zu genießen. Für die festliche Atmosphäre sorgen die Musiker des Weihnachtsmarktes.
- Den Überblick schließen wir mit dem Mittelalterlichen Weihnachtsmarkt am Wittelsbacherplatz ab. Die Veranstaltung bietet ein einzigartiges Eintauchen in die Atmosphäre der Vergangenheit. Der Markt ist bekannt für thematische Stände mit Verkäufern in historischen Kostümen, mittelalterliche Speisen und Getränke (Besucher können heißen Met aus Tonkrügen probieren, Stockbrot essen usw.). Ein interessantes Unterhaltungsprogramm mit Gauklern, historischen Tänzen, Kampfsimulationen, mittelalterlichem Gesang und erstaunlichen Feuershows ist ebenfalls vorgesehen.
Natürlich gibt es in München noch deutlich mehr solcher Orte. Eine magische Atmosphäre liegt in der Luft, weihnachtliche Musik und Lichtinstallationen sind überall zu hören und zu sehen.
