Die Münchener klassische Geigerin und Pianistin Julia Fischer begann im Alter von vier Jahren Geige zu spielen und erzielte rasch bedeutende Erfolge. Sie trat in den meisten europäischen Ländern, in den USA, Brasilien und Japan auf. Ihre Konzerte wurden in zahlreichen Fernseh- und Radiokanälen in allen großen europäischen Ländern übertragen. Mehr über die phänomenale Musikerin und ihren Weg zum Ruhm lesen Sie weiter auf munichski.eu.
Musikalische Ausbildung und erste Konzerte
Julia Fischer wurde am 15. Juni 1983 in München als Tochter einer Pianistin und eines Mathematikers geboren. Ihre Mutter, eine Musikerin, wollte, dass Julia das Klavierspiel erlernte, doch ihr älterer Bruder widmete sich bereits diesem Instrument. Deshalb entschied sich Julia für ein anderes Instrument – die Geige. Im Alter von vier Jahren begann sie privaten Geigenunterricht zu nehmen. Gleichzeitig bestand ihre Mutter darauf, dass jeder Musiker die Grundlagen des Klavierspielens beherrschen müsse, um das Repertoire und das Wissen über Harmonie, Theorie und Stil zu erweitern. So lernte Julia beide Instrumente.
Mit acht Jahren gab Julia ihr erstes Konzert im Rahmen eines Symphonieorchesters. Mit zwölf Jahren spielte sie erstmals Beethovens Violinkonzert in der Heimatstadt ihrer Mutter in der Slowakei und später auch in Wien. Beethoven war der Lieblingskomponist ihrer Mutter und ihres Bruders, doch das Geigenstudium begann stets mit den Werken Johann Sebastian Bachs.

Ihre formale musikalische Ausbildung absolvierte Fischer am Leopold-Mozart-Konservatorium in Augsburg. In ihrer Jugend wuchs ihr Wunsch, anspruchsvollere Werke zu spielen – Werke von Bach, Mozart, Beethoven sowie romantische Violinkonzerte und Sonaten. Gleichzeitig besuchte sie eine normale Schule, weshalb sie ihr Konzertprogramm bis zum Alter von 19 Jahren nicht vollständig ausfüllen konnte. Nach der Schule studierte sie an der Hochschule für Musik und Theater München.
Prägende Wettbewerbe
Zwei Wettbewerbe bestimmten Fischers frühe Karriere als professionelle Violinistin. 1995 gewann sie den Yehudi-Menuhin-Wettbewerb in der englischen Hafenstadt Folkestone – da war sie erst zwölf Jahre alt. 1996 gewann sie einen weiteren großen Wettbewerb – die Eighth Eurovision Competition for Young Instrumentalists in Lissabon, die in 22 Ländern übertragen wurde.
Ab 1997 war der amerikanische Dirigent Lorin Maazel Fischers Mentor. Mindestens einmal im Jahr trat er mit ihr in Konzerten auf. 2003 debütierte Fischer im New Yorker Carnegie Hall, einem Konzertsaal, in dem akademische wie populäre Musik gespielt wird. Dort trat sie mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks auf. Im selben Jahr gab Fischer auch ihr Debüt mit der Berliner Philharmonie und dem London Symphony Orchestra.

Nach sechs Jahren in den USA tourte Fischer mit dem Gewandhausorchester Leipzig, dem britischen Royal Philharmonic Orchestra und der Dresdner Philharmonie. Mit 23 Jahren begann sie, Musik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt zu unterrichten, womit sie zur jüngsten Professorin einer deutschen Hochschule wurde.
2008 debütierte Fischer als Pianistin in Frankfurt am Main. Damals trat sie mit dem Jugendorchester Junge Deutsche Philharmonie auf. 2011 gründete Fischer ein Quartett mit dem Geiger Alexander Sitkovetsky, dem Bratschisten Nils Mönkemeyer und dem Cellisten Benjamin Nyffenegger. Anfang 2018 begab sich das Quartett auf eine Tournee mit Stopps in Leipzig, London, Luxemburg, München und Zürich.
2013 trat Julia erstmals mit den Wiener Philharmonikern auf. Im Laufe ihrer Karriere arbeitete sie mit vielen Weltklasse-Orchestern zusammen. Ihre Aufnahme von Bachs Konzerten wurde zum erfolgreichsten Debüt in der Geschichte von iTunes.
Ein wahrer Enthusiast ihrer Kunst
Bereits als Teenagerin erwarb sich Julia den Ruf einer phänomenalen Violinistin, die gleichwertig oder gar besser spielte als erwachsene Geiger. Fischer hat ein feines Gespür für musikalisches Tempo, einen breiten dynamischen Bereich und eine außergewöhnliche Technik. Sie versteht es, in der Musik gleichzeitig Dramatik und Freude auszudrücken.
Fischer ist nicht nur für ihre erstaunliche Präzision, ihr perfektes Rhythmusgefühl und ihr Verständnis für musikalische Spannung bekannt, sondern auch für ihre feste persönliche Haltung. Sie ist in den sozialen Medien kaum aktiv, da sie stets den direkten und kontrollierten Kontakt zu ihrem Publikum bevorzugte.
Die Geigerin selbst erklärte oft, dass sie ihre Arbeit wegen der Musik und nicht wegen der Karriere mache. Ihrer Meinung nach führt eine auf Karriere fokussierte Motivation nur zu kurzzeitigem Erfolg. Für Fischer besteht der Zweck eines Konzerts nicht darin, das Publikum zu unterhalten, sondern die Menschen zum Nachdenken anzuregen.
Komponisten, mit deren Werken Fischer intensiv arbeitete, sind unter anderem die Deutschen Ludwig van Beethoven, Johann Sebastian Bach, Johannes Brahms; der Tscheche Antonín Dvořák und der Österreicher Franz Schubert. Ihr aktives Repertoire umfasst Orchester- sowie Kammermusik.
Interessanterweise hatte die Münchenerin die Möglichkeit, in Salzburg auf Mozarts eigener Geige in dem Zimmer zu spielen, in dem er geboren wurde. Im Mai 2004 erwarb sie eine Guadagnini-Geige. Zuvor spielte sie auf einer Stradivari. 2012 erlernte sie das Spiel auf der Geige von Philippe Augustin.