Die Münchener Akademie der Bildenden Künste ist eine der renommiertesten Kunstinstitutionen Deutschlands. Ihr Lehransatz verbindet jahrhundertealte Traditionen mit modernen künstlerischen Methoden. Seit ihrer Gründung im 18. Jahrhundert hat sie zahlreiche herausragende Künstler hervorgebracht. Heute ist die Akademie weiterhin ein Zentrum für kreative Entwicklung und künstlerische Experimente, in dem einige der besten Maler, Bildhauer und Designer lehren. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die Geschichte und die kulturelle Bedeutung dieser bedeutenden Institution. Mehr dazu auf munichski.eu.
Die Anfänge der Akademie
Die Geschichte der Münchener Akademie der Bildenden Künste begann im Jahr 1770, als der bayerische Kurfürst Maximilian III. Joseph auf Wunsch seiner Hofkünstler Franz Xaver Feichtmayr, Thomas Wink und Roman Boos eine „Zeichenschule oder Akademie für Malerei und Bildhauerei“ gründete. Die erste Akademie befand sich im ehemaligen Cotta-Palais in der Theatinerstraße.
Schon im 18. Jahrhundert wurden entscheidende Schritte zur Weiterentwicklung der Akademie unternommen, wodurch ihre solide Grundlage geschaffen wurde. Die erste Studentenausstellung fand 1788 statt, an der 31 Studenten teilnahmen. Die meisten Werke waren Kopien von Alten Meistern.
Im Jahr 1806 wurde die Akademie unter der Leitung von Johann Peter von Langer, dem Direktor der Düsseldorfer Akademie, neu organisiert. Gleichzeitig erhob Napoleon Bayern zum Königreich.
Im Jahr 1807 hielt der Philosoph Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling eine berühmte Rede mit dem Titel „Über das Verhältnis der bildenden Künste zur Natur“. Daraufhin wurde er Generalsekretär der Akademie und blieb in dieser Position bis 1823.
1808 erhielt die Münchener Akademie eine detaillierte Verfassung, die neben den Abteilungen für Malerei, Skulptur und Gravur auch eine Architekturabteilung umfasste.
Bis 1920 war Frauen der Zugang zur Akademie verwehrt. Weibliche Künstler mussten entweder teure Privatschulen besuchen oder sich in der Münchener Frauenkunstvereins-Akademie einschreiben. Erst im Wintersemester 1920/21 wurden Frauen offiziell zugelassen – als letzte deutsche Kunstakademie, die diesen Schritt vollzog.
Die Akademie im 19. Jahrhundert: Weltweite Anerkennung
Im 19. Jahrhundert war die Münchener Akademie weltweit führend. Sie zog die besten Künstler, Bildhauer und Architekten an. Berühmte Studenten dieser Zeit waren Otto Müller, Wassily Kandinsky, Franz Marc und Bruno Paul. Die Akademie prägte somit nicht nur die bayerische und deutsche Kunstszene, sondern hinterließ weltweit Spuren in der Kunstgeschichte.
Die Akademie und die Kriege des 20. Jahrhunderts
Nach dem Ersten Weltkrieg verlor die Akademie an Bedeutung. Ab 1933 wurde sie ein Zentrum der nationalsozialistischen Kunstpolitik. Mehrere NS-Künstler, darunter Adolf Ziegler und Josef Thorak, wurden zu Professoren ernannt, während alle jüdischen oder nicht-arischen Professoren entlassen wurden.
1944 wurde das Akademiegebäude bei Bombenangriffen schwer beschädigt. Zahlreiche Kunstwerke und Archive gingen verloren, doch die Kunstbibliothek konnte gerettet werden, da sie vorher ausgelagert worden war.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden alle nationalsozialistischen Professoren entlassen. Die Akademie wurde von Franz Fürr, Toni Stadler, Albert Fessler, Charles Crodel, Harald Roth, Sep Ruf und Georg Meistermann wieder aufgebaut. Ihre heutige Bezeichnung erhielt sie im Jahr 1953.
SPUR – Eine Avantgarde-Künstlergruppe

In den 1950er-Jahren entstand an der Akademie die avantgardistische Kunstgruppe SPUR, die einen bedeutenden Einfluss auf die deutsche Avantgarde-Kunst hatte.
Die Künstler von SPUR kritisierten den abstrakten Expressionismus, den sie als „hundertmal durchgekaute Kaugummimasse“ bezeichneten. Sie forderten stattdessen mutige Kunst, Kitsch und „ursprünglichen Schmutz“. Sie sahen sich selbst als Dadaisten, Futuristen und Surrealisten und betrachteten sich als „Künstler der Zukunft“.
Die Akademie heute: Ein Zentrum für Innovation

Die Akademie entwickelte sich stetig weiter. 2005 wurde ein Teil der Akademie in ein modernes dekonstruktivistisches Gebäude verlegt. Dort befinden sich heute Ateliers, ein Fotostudio, ein Multimedia-Labor und die Verwaltung. Das Gebäude liegt nur 200 Meter vom Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität entfernt.
Die Akademie bietet eine breite Palette an Studiengängen an, darunter:
- Freie Kunst (Malerei, Skulptur, Performance)
- Bühnenbild und Szenografie
- Fotografie und Keramik
- Kunstgeschichte, Philosophie und Kunstpädagogik
Neben klassischen Ausbildungsrichtungen werden zunehmend auch moderne Kunsttechniken und digitale Medien in das Studium integriert.
Fazit: Eine Kunstakademie von globaler Bedeutung
Die Münchener Akademie der Bildenden Künste ist eine der einflussreichsten Kunstinstitutionen Europas. Ihre Absolventen gehören zu den bedeutendsten Künstlern der modernen Kunstgeschichte.
Die Akademie war nicht nur ein Ort der Ausbildung, sondern auch ein Treffpunkt für kreative Bewegungen und künstlerische Strömungen. Sie hat maßgeblich dazu beigetragen, München als Zentrum für Kunst und Kultur auf der internationalen Bühne zu etablieren.